Änderungen bei der Normrevision – ISO 14001:2026

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In der Normenwelt ist Bewegung drin: In den Bereichen Qualitäts-, Umwelt- und Arbeitssicherheits-Management stehen 2026 Revisionen an. Den Anfang macht das Umweltmanagement nach 14001:2026, welche am 15. April 2026 die geplante Veröffentlichung gemacht hat. 

Was ändert sich? Was muss man wissen? Die wichtigsten Änderungen finden Sie im folgenden Blogbeitrag.

Ziel der Revision

„Limitierte Revision“: Was heisst das?

Bei der anstehenden Revision sprechen wir von einer „Limitierten Revision“. Das heisst: Keine komplette Erneuerung der Norm. Vielmehr wird angepasst, präzisiert und konkretisiert, was in der Normrevision 2015 neu eingeführt wurde.

Zeit für die Verfeinerung des eigenen Systems hat man genug. Geplant war die Neuveröffentlichung der Norm am 15. April 2026. Ab dann hat man 3 Jahre Zeit, um die notwendigen Anpassungen vorzunehmen und nach der neuen Norm zu zertifizieren. Sinnvoll ist, Neuzertifizierungen gleich mit der neuen Norm zu planen.

Die 5 wichtigsten normspezifischen Änderungen

1. Anpassung an die derzeit gültige „Harmonisierte Struktur“ (HS) 

Die mit der 2015er Version eingeführte „Harmonisierte Struktur“ (damals noch „High Level Structure“) wurde nicht über alle Normen komplett durchgezogen. Hier wird nun die Vereinheitlichung von Terminologie und Aufbau finalisiert.

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Normrevision: Übersicht der Änderungen in der HS; Quelle: SQS

2. Überarbeitung und Klarstellung bestehender Anforderungen

Die Norm stellt den Nutzen für die Umwelt in den Vordergrund: Es soll weniger „Managementsystem für die Galerie“ und mehr Fokus auf griffige Massnahmen sein. Auch die Fokussierung auf die Umsetzung und die Erreichung der Ziele wird verstärkt.

Die Formulierungen in der Norm und speziell die Leitlinien im Anhang A präzisieren und konkretisieren mit dem Fokus, praxisnäher und verständlicher zu sein. Es soll eindeutiger interpretierbar sein, damit man eine angemessene Umsetzung planen kann.

    3. Neue Umweltaspekte wurden aufgenommen

    Wichtige Umweltaspekte sind in den letzten Jahren im Bereich Umwelt dazugekommen und werden nun in der Norm entsprechend berücksichtigt.

    Hierzu gehören die klimabezogenen Massnahmen, welche jetzt fest integriert wurden. Ebenso sollen die Umweltaspekte „Biodiversität“, „Lebenszyklusperspektive“ und „Verfügbarkeit natürlicher Ressourcen“ berücksichtigt werden.

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    Fokussierung auf Lebenszyklusperspektive und Kreislaufwirtschaft HS; Quelle: BAFU

    Methodische Grundlagen von Ökobilanzen.

    4. Fokussierung auf Umsetzung der Ziele und Bewertung

    Die ganze Normrevision stärkt die Fokussierung auf umgesetzte Ziele und deutlich sichtbare Verbesserungen in den Resultaten. Das zeigt sich an verschiedenen Stellen.

    Es wurde das Kapitel 6 überarbeitet und der Umgang mit Risiken und Chancen konkretisiert. Die Planung von Massnahmen und Änderungen erhalten eigene Kapitel und somit mehr Gewicht.

    Die internen Audits müssen klare Ziele haben und es gibt neue Anforderungen an die Dokumentation des Auditprogramms. Alle Bewertungen in der Management Review sind nun verpflichtend und nicht wie bisher „nur“ eine Empfehlung.

    5. Erweiterte Verantwortungen für die Lieferkette

    Es gibt erweiterte Anforderungen im Bereich der Lieferkette. Es gibt einen stärkeren Fokus auf extern bereitgestellte Produkte, Prozess und Dienstleistungen. Hier gilt es zu beurteilen, inwiefern diese die Ergebnisse des Umweltmanagementsystems beeinflussen.

    Entsprechend gilt es dann Einfluss geltend zu machen und die externen Partner in die Pflicht zu nehmen.

    Umstellung der Zertifizierung

    Die geplante Publikation war am 15. April 2026 und man hat ab sofort eine Übergangszeit von drei Jahren. Da im Verlauf von 2026 auch die Normen 9001 und 45001 überarbeitet werden, gilt es, vor allem bei integrierten Managementsystemen die Umstellungen sorgfältig zu planen. So, dass man Kombi-Zertifikate harmonisiert und ohne Risiken durchführen kann. Bei geplanten Neuzertifizierungen macht es Sinn, gleich mit der neuen Norm zu starten.

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    Umstellungs-Roadmap ISO 9001, ISO 14001 und ISO 45001; Quelle: SQS

    Wie setze ich die Normänderung konkret um?

    Die nachstehenden Schritte bieten eine strukturierte Grundlage für die erfolgreiche Umstellung auf die ISO 14001:2026.

    1. Prüfen Sie die neuen Anforderungen der Norm und verschaffen Sie sich einen Überblick.

    2. Planen Sie die Umstellung innerhalb der dreijährigen Übergangsfrist.

    3. Stellen Sie sicher, dass alle relevanten Personen die Änderungen kennen.

    4. Führen Sie eine GAP-Analyse zur Identifikation allfälliger Systemlücken durch.

    5. Aktualisieren Sie Ihr Managementsystem entsprechend den neuen Anforderungen.

    6. Überprüfen Sie die Wirksamkeit der Anpassungen im Rahmen der internen Audits.

    7. Koordinieren Sie rechtzeitig das Umstellungsaudit mit Ihrem Zertifizierer.

    Fazit

    Die Normrevision 14001:2026 erfindet das Umweltmanagementsystem nicht neu: Sie ist eine Fortsetzung. Sie konkretisiert die eigenen Ansprüche und hat eine klare Fokussierung auf Planung und Umsetzung. Und sie integriert neue Umweltaspekte, welche in den letzten Jahren vermehrt an Wichtigkeit gewonnen haben.

    Mit einer guten internen Planung, welche mit der 3-jährigen Übergangsfrist problemlos möglich ist, lässt sich diese Revision mit überschaubarem Aufwand umsetzen.

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    Geschrieben von

    Philippe Fries

    Projektleiter

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