Es ist ein wenig mehr als ein Jahr her, dass Nintex den letzten Major Release von 5.8 veröffentlicht hat. Das neueste Release 5.9, das seit Dezember 2025 online ist, verspricht einige neue Features, Verbesserungen und Bugfixes. Besonders freut sich die Nintex-Community auf das lang ersehnte K2 Workflow Importer Tool, das die Migration von Nintex Workflow für SharePoint nach Nintex Automation K2 erheblich vereinfachen soll. Doch alles der Reihe nach.
Angekündigt an der NintexConnect in Frankfurt im April und später im Webinar «Q4 Product Update» im Dezember vorgestellt, beweist sich Nintex Automation K2 mit dem Release 5.9 einmal mehr als echter Nachfolger von Nintex Workflow für SharePoint.
Nachfolgend ein Überblick über die wichtigsten Neuerungen:
Neue Features in 5.9
Modern Custom Controls
Wer sich schon einmal intensiv mit den K2-Formularen beschäftigt hat, kennt vermutlich die Grenzen der Möglichkeiten der Out-of-the-Box-Steuerelemente. Nintex bietet mit der Version 5.9 nun benutzerdefinierte Steuerelemente – auch «Modern Custom Controls» genannt. Entwickler können mit JavaScript neue Elemente erstellen, diese in der K2-Umgebung registrieren und dann als wiederverwendbare Komponente in allen möglichen Formularen weiterverwenden.
Doch aufgepasst: No-Code-/Low-Code-Fans gehen dabei nicht leer aus. Die Nintex-Gallery bietet bereits eine grosse Auswahl an fertigen Steuerelementen, die man einfach herunterladen, in die K2-Umgebung importieren und im K2 Designer direkt verwenden kann. Von modern aussehenden Komponenten wie Sliders, Icon-Buttons, Fortschrittsbalken bis hin zu Drag-&-Drop-Elementen für komfortablen Dateiupload ist alles dabei.
Nebenbei sehen diese auch einfach schicker aus als die Standard-Steuerelemente. Hier eine Demo, wie dein Formular mit dem Paket «Material Design 3 Custom Control Collection» in Zukunft aussehen könnte:

Neue Regeln für Steuerung SharePoint-Berechtigungen
Neu dazugekommen sind Regeln für die Steuerung der SharePoint-Berechtigungen. Mit den drei unterstehenden Regeln können Berechtigungen von ganzen Ordnern, Listen und Dokumenten gelöscht werden:
- Remove all User Or Group Permissions from Folder
- Remove all User Or Group Permissions from List items
- Remove all User Or Group Permissions from Documents
K2 Workflow Importer Tool
Nachdem die Abkündigung von Nintex Workflow für SharePoint bekannt wurde, stellten sich viele Fragen. Wie können bestehende Workflows nach K2 migriert werden? Muss alles neu aufgebaut werden? Lange hat die K2-Community gewartet, doch K2 5.9 liefert nun endlich eine Antwort darauf: Die Migration mit dem neuen Workflow Importer Tool.
Doch Vorsicht! Das Tool ist noch nicht ausgereift und während des Imports kann es vorkommen, dass einige Workflow-Schritte nicht mitgenommen werden. Dies bedeutet je nachdem eine aufwändige Nacharbeit trotz eines vermeintlichen einfachen Importierens von Workflows nach K2. Deshalb klare Empfehlung von Nintex und IOZ: Besser die Workflows von Grund auf in K2 nachbauen. Damit bietet sich auch die Chance, die Prozesse nochmals neu zu analysieren und Fehler und Ineffizienzen, die sich bereits im alten Workflow eingeschlichen haben, auszubessern. Zudem macht man sich gleichzeitig mit der neuen Plattform K2 und deren Werkzeugen vertraut.
Das Workflow Importer Tool eignet sich daher am besten für einfache, schlanke und bereits ausgereifte Workflows.

Weitere neue Funktionen
Designer können Links zu weiterführenden Informationen direkt in der Ordnerstruktur eines Workflows im K2 Designer hinzufügen. Beispielsweise können damit externe Prozessablaufdiagramme, Design-Guidelines oder How-To-Anleitungen verlinkt werden, die mit einem Workflow direkt in Verbindung stehen.
Im K2 Management kann neu ein Nutzungsreport erstellt werden. Damit erhält man eine ganzheitliche Übersicht über alle Benutzer, SmartObjects, Workflows, Formulare und Workflow-Instanzen.
Verbesserungen in 5.9
SmartForms entsprechen neu dem Standard für digitale Barrierefreiheit WCAG 2.1 AA
Seit Juni 2025 gilt das neue Gesetz für digitale Barrierefreiheit in der EU und indirekt in der Schweiz. Webseiten und Apps müssen so aufgebaut sein, dass sie von allen Menschen genutzt werden können. Nintex hat seine Hausaufgaben gemacht und alle Formulare in K2 5.9 dem Standard Web Content Accessibility Guidelines 2.1 Level AA angepasst.
Konkret wurden folgende Verbesserungen vorgenommen: Steuerelemente wie Dropdowns, Textfelder oder Multi Select verfügen nun über eine neue Eigenschaft, mit der individuelle Screenreader-Beschreibungen definiert werden können. Zusätzlich werden Werte in Listen- und Checkbox-Feldern korrekt angesagt, was die Nutzung ohne visuelle Rückmeldung deutlich erleichtert. Die Tastaturnavigation wurde für mehrere Steuerelemente optimiert, sodass eine konsistente Bedienung mit Screenreader gewährleistet ist. Auch Pop-ups und Dialoge im K2-Management-Bereich kündigen sich nun korrekt an und lesen Titel sowie verfügbare Optionen zuverlässig vor. Ergänzend wurden beschreibende Linktexte in K2 Workspace und K2 Management ergänzt sowie redundante Screenreader-Ausgaben in Tabellenansichten reduziert.
Weitere Verbesserungen können hier im Detail nachgelesen werden: Nintex Automation accessibility enhancements | Community
Funktionen für Integration externer Datenquellen weiter optimiert
Der REST Broker liefert nun deutlich präzisere und aussagekräftigere Fehlercodes, wodurch sich Integrationsprobleme schneller analysieren und beheben lassen.
Der bestehende JavaScript Service Provider (JSSP), der für die Erstellung neuer Service-Typen zuständig ist, unterstützt seit K2 5.9 Dateien. Damit kann auf die Base64-Codierung verzichtet werden. Über diese JavaScript-Schnittstelle können Dateien von Drittanbietern abgerufen oder gesendet werden. Dies hat unmittelbare Auswirkungen auf die Nutzung von KI-Funktionen, z.B. sind damit Analysierungen von Excel-Tabellen oder Bildern möglich.
Ergänzend wurde die OData-v4-Unterstützung ausgebaut, insbesondere im Hinblick auf komplexe Datenbeziehungen und die nahtlose Anbindung von Systemen wie Microsoft Dynamics 365 und Microsoft Dynamics 365 Business Central.
Weitere Verbesserungen
Zusätzlich enthält das Release mehrere technische Optimierungen. Es gibt Verbesserungen bei der Performance im Autorisierungsframework, die besonders für grosse Active-Directory-Umgebungen relevant sind. Ausserdem wird die Unterstützung für moderne Webstandards erweitert. Dazu gehören aktuelle ECMAScript-Versionen und moderne CSS-Syntax für benutzerdefinierte Skripte und Steuerelemente.





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Geschrieben von
Angela Wechsler
Projektleiterin
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