Der neue Workflow-Editor in Microsoft Copilot

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Veröffentlicht:
Aktualisiert: 13. Juli 2026

Microsofts neuer Copilot Flow Editor

Der neue Workflow-Editor in Copilot Studio ist weit mehr als eine optische Überarbeitung. Er vereint klassische Prozessautomatisierung mit modernen KI-Funktionen auf einer gemeinsamen Entwicklungsoberfläche und ermöglicht es, intelligente Geschäftsprozesse deutlich einfacher zu erstellen.

Während bisher Power Automate für klassische Workflows und Copilot Studio für KI-Agenten oft getrennte Welten waren, verschmelzen diese nun zunehmend miteinander. Entwickler erhalten eine Umgebung, in der sich Large Language Models, Copilot-Agenten, Microsoft 365 Copilot und klassische Automatisierungsbausteine flexibel kombinieren lassen.

Design Überarbeitung

Bereits beim Erstellen eines neuen Workflows fällt auf, dass Microsoft den gesamten Editor grundlegend überarbeitet hat.

Statt des bekannten vertikalen Designs aus Power Automate setzt der neue Workflow-Editor standardmässig auf eine horizontale Darstellung. Diese wirkt deutlich moderner und erleichtert insbesondere bei umfangreichen Prozessen den Überblick. Wer lieber klassisch arbeitet, kann jederzeit zwischen horizontaler und vertikaler Ansicht wechseln.

Zusätzlich stehen Funktionen wie automatische Anordnung („Tidy Up“), Versionsverwaltung, Run History sowie Notizen direkt auf der Zeichenfläche zur Verfügung. Letztere funktionieren ähnlich wie digitale Haftnotizen und erleichtern die Dokumentation komplexer Prozesse.

Ausserdem lassen sich die Funktionen nun frei in der Ansicht verschieben und anordnen. Dies kann dabei helfen, Übersicht in komplexen Flows zu behalten, wenn man jedoch nicht aufpasst, kann es sehr schnell unübersichtlich werden.

Auch wird nun alles auf einer Seite dargestellt, die Flow History und Details sind nun per Tab oberhalb des Flows auffindbar. Dies ermöglicht schnelleres Wechseln zwischen den Ansichten.

image Flow overview

KI im Mittelpunkt

Die grösste Neuerung ist jedoch nicht das Design, sondern die Integration von KI. Damit entsteht eine Plattform, in welcher KI und klassische Automatisierung koexistieren.


Der neue Workflow-Editor bietet erstmals eigene Bausteine für verschiedenste KI-Aufgaben. Dazu gehören:

  • Klassifizierung
  • Microsoft 365 Copilot
  • Human Review

Fullscreen-Modus

Ein besonders interessantes neues Element ist der Fullscreen-Modus für einzelne Actions.

Anstelle eines kleinen Fensters, hat man nun eine Fullscreen-Ansicht, in welcher man die klassischen Konfigurationen hat, plus ein Fenster mit dynamischen Variablen.
Bei KI Actions kann man hat man auch noch ein eigenes Fenster, welches es ermöglicht, direkt während der Entwicklung, Prompts zu testen, ohne jedes mal den ganzen Flow laufen lassen zu müssen. Dies kann das Konfigurieren und Testen deutlich einfacher machen.

image fullscreen edit view

KI-gestützte Klassifizierung

Ein weiteres Feature ist der neue „Classify“-Baustein.

Hier definiert der Entwickler eigene Kategorien, beispielsweise:

  • Billing
  • Sales
  • Support

Für jede Kategorie können Beschreibungen und Beispielanfragen hinterlegt werden. Dadurch verbessert sich die Erkennungsgenauigkeit erheblich. Gerade bei Service-Postfächern oder Helpdesks kann dies hilfreich sein.

Copilot Studio Agents direkt im Workflow

Neben der Klassifizierung lassen sich auch komplette Copilot-Studio-Agenten aufrufen. Existiert zum Beispiel ein spezialisierter Billing-Agent, welcher spezifisches Wissen über Rechnungen, Erstattungen und Unternehmensrichtlinien besitzt. Kann man, anstatt sämtliche Logik im Workflow abzubilden, lediglich eine Nachricht an den Agenten übergeben:

  • Kundenstimmung
  • Betreff
  • E-Mail-Inhalt
  • Kontextinformationen

Der Agent verarbeitet sämtliche Informationen autonom und liefert strukturierte Ergebnisse zurück. Dadurch entstehen klar getrennte Verantwortlichkeiten. Der Workflow steuert den Prozess. Der Agent übernimmt die fachliche Intelligenz.

Human in the Loop

Nicht jede Entscheidung sollte vollständig automatisiert werden. Aus diesem Grund integriert Microsoft den neuen Human-Review-Block.

Erkennt der im obigen Beispiel benutzten Billing-Agent eine Rückerstattung von über 40 CHF, wird der Workflow automatisch pausiert. Ein Mitarbeiter erhält eine Genehmigungsanfrage – beispielsweise per Outlook.

Darin enthalten sind:

  • vorgeschlagene Antwort
  • Erstattungsbetrag
  • Genehmigungsoptionen
  • Kommentarfeld

Erst nach der Entscheidung setzt der Workflow seine Ausführung fort.

Dynamische Inhalte und Expressions

Wie bereits aus Power Automate bekannt, können sämtliche vorherigen Workflow-Schritte dynamische Inhalte bereitstellen. Diese lassen sich direkt in Prompts oder Aktionen verwenden. Neu ist dabei die Unterstützung durch Copilot beim Erstellen von Expressions. Das dürfte insbesondere Citizen Developern unterstützen.
Jedoch muss man dazu sagen, dass die Resultate, welche dieser bei meinem Testen geliefert hat, leider noch etwas ernüchternd waren und oftmals unbrauchbar waren.

image expression assistant

Versionsverwaltung

Auch beim Lifecycle Management hat Microsoft nachgelegt.

Workflows verfügen nun über:

  • Versionshistorie
  • Vergleich verschiedener Versionen
  • Wiederherstellung älterer Stände
  • Vorschau einzelner Versionen
  • Veröffentlichung per Klick

Dadurch wird die Zusammenarbeit im Team deutlich einfacher und Änderungen lassen sich wesentlich besser nachvollziehen.

image version history

Fazit

Microsoft verfolgt konsequent das Ziel, klassische Prozessautomatisierung und generative KI in einer gemeinsamen Entwicklungsumgebung zusammenzuführen.

Die Neuen KI-Funktionen scheinen interessante neue Möglichkeiten für die Prozessautomatisierung zu liefern. Jedoch ist nach so kurzer Zeit noch schwer zu sagen, wie zuverlässlich die Resultate der einzelnen Funktionen wirklich sind.

Trotzdem, wer bereits heute mit Copilot Studio arbeitet, sollte sich den neuen Workflow-Designer genauer ansehen. Er zeigt, wohin sich die Microsoft Power Platform entwickelt: weg von reiner Prozessautomatisierung, hin zu intelligenten, agentengestützten Workflows, in denen Mensch, KI und klassische Geschäftslogik zusammenarbeiten.

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Geschrieben von

Lars Emmenegger

Content Services Developer

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